Sozioökonomische Disparitäten in Finnland

20.04.2021
  Ungleiches Finnland Urheberrecht: © Friedrich-Ebert-Stiftung

Neue Studie zu ungleichen Lebensverhältnissen in Finnland erschienen

Finnland hat sich über die letzten Jahrzehnte zu einem wohlhabenden Wohlfahrtsstaat entwickelt. Relativ niedrige Einkommensungleichheiten und hohe soziale Mobilität kennzeichnen die Außenwahrnehmung im internationalen Vergleich. Eine tiefergehende Analyse zeigt jedoch, dass nicht alle finnischen Bürgerinnen und Bürger an Wachstumserfolgen partizipieren. Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand konzentrieren sich auf wenige urbane Regionen, besonders periphere ländliche Regionen fallen zurück. Eine neue Studie zu sozioökonomischen Disparitäten in Finnland zeigt, dass das Land spezifische geographische Ungleichheiten im Hinblick auf die Chancengleichheit für Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand zu bewältigen hat.

Ungleiches Wachstum wird dabei stark von Urbanisierung und gleichzeitiger Schrumpfung ländlicher Regionen angetrieben. Diese übergreifenden Wanderungsmuster werden durch die demografische Entwicklung und stagnierender Arbeitslosigkeit zu regionalen Ungleichheiten verstärkt. Der Druck auf die Kommunen, hochwertige Infrastruktur und Dienstleistungen für Bürgerinnen und Bürger aufrechtzuerhalten und für die Herausforderungen der Zukunft auszubauen, steigt. Damit verbundene Aufgaben bedürfen Reformen für strukturpolitische Impulse auf der nationalen Ebene, aber auch auf der Ebene der Europäischen Union. Neue Ansätze werden im Bericht diskutiert.